Das Schicksal der Ü-Kinder

Vom traumatisierten Flüchtlingskind zum integrierten Schüler - doch den meisten Münchnern ist nicht bewusst, wie selten Kinder in Übergangsklassen tatsächlich eine Chance auf eine normale Schulkarierre haben.

Im Normalfall fehlt es nämlich den Ü-Kindern an Münchner Grundschulen schon am Nötigsten: Erstausstattung, Mittagessen, Nachmittags-betreuung, oder gar Deutschkursen.

Als wir im Schuljahr 2011/12 in München anfingen, Ü-Klassen am Nachmittag kostenfrei zu beschulen, gab es in München 3 Grundschulen mit Ü-Klassen. Heute sind es über 40 ... Von dieser kommunalen und staatlichen Förderlücke sind in München über 1000 Grundschüler betroffen, Tendenz steigend.

Theoretisch stünden zwar Tagesheime und Mitagsbetreuungen zur Verfügung, da aber die Anmeldungen schon im April vor Schuljahresbeginn über die Bühne gehen, ist es für die meisten Ü-Kinder praktisch unmöglich, einen Betreuungsplatz zu ergattern; und selbst wenn die kleinen Quereinsteiger in die deutsche Sprache rechtzeitig für eine Anmeldung kämen, könnten sich die allermeisten die kostenpflichtigen Nachmittagsangebote nicht leisten. Die Verweildauer in einer Übergangsklasse beträgt maximal 2 Jahre. Doch ein Wechsel auf Realschule und Gymnasium ist nicht erlaubt. Damit können diese Schüler nur auf die Grund- oder Hauptschule wechseln.

 

Deshalb ist ein schneller Einstieg, wie Hafis ihn mit seinen kostenfreien Deutschlerngruppen am Nachmittag für Ü-Kinder ermöglicht, so dringlich und so notwendig, um die Bildungschancen junger Migranten zu wahren und ihre Integration zu erleichtern.

 

Falls nämlich eine Beschulung am Nachmittag für Ü-Klassen, wie an der Mehrheit der Grundschulen in München derzeit, nicht erfolgt, bleibt ein Übertritt von der Grundschule auf weiterführende Schulen - oder später gar ein Quali - unerreichbar.

Wir haben in Kooperation mit engagierten Rektorinnen und Stiftungen ein kleines, aber feines Netzwerk        aufgespannt und wer sich mit uns engagieren möchte : Herzlich Willkommen !